Ideal Customer Profile: Zielgruppen im B2B
Damit Deine Marketingmaßnahmen genau dort ankommen, wo sie Conversions einbringen können, musst Du Deine Zielgruppe genau kennen. Ein Ideal Customer...
5 Min. Lesezeit
Ronja Kiso
:
12.02.26 13:00
Die Suche nach neuen Talenten ist oft ein Wettlauf gegen die Zeit. In einem Arbeitsmarkt, der immer dynamischer wird, zählt jede Woche – manchmal sogar jeder Tag. Eine zentrale Kennzahl im Recruiting ist deshalb die Time-to-Hire. Sie verrät Dir, wie lange Dein Unternehmen im Durchschnitt braucht, um eine Bewerberin oder einen Bewerber nach Eingang der Bewerbung einzustellen. Warum diese Zahl so entscheidend ist, wie Du sie berechnest und vor allem: wie Du sie verkürzen kannst – das erfährst Du in diesem Artikel.
Die Time-to-Hire – zu Deutsch: Einstellungsdauer – misst den Zeitraum zwischen dem Eingang einer Bewerbung und dem Tag, an dem die Bewerberin oder der Bewerber den Arbeitsvertrag unterzeichnet. Es handelt sich also um die Zeitspanne, die Du als Unternehmen brauchst, um aus einem Interessenten eine neue Arbeitskraft zu machen. Sie beginnt ab dem Moment, in dem ein Kandidat aktiv wird (z. B. durch eine Bewerbung oder eine Kontaktaufnahme), und endet mit der finalen Zusage in Form eines unterschriebenen Arbeitsvertrags.
Während die Time-to-Hire den Zeitraum zwischen Bewerbungseingang und Vertragsunterzeichnung misst, umfasst die Time-to-Fill den gesamten Prozess von der Genehmigung einer offenen Stelle bis zur endgültigen Besetzung. Die Time-to-Fill ist somit umfassender und beinhaltet auch interne Prozesse wie die Erstellung der Stellenanzeige und die Auswahl der Recruiting-Kanäle.
Die Time-to-Fill ist damit stärker von internen Abstimmungen und dem allgemeinen Bewerbermarkt abhängig, während die Time-to-Hire konkrete Rückschlüsse auf Deinen Auswahl- und Entscheidungsprozess zulässt.
Die Time-to-Hire lässt sich mit einer einfachen Formel berechnen:
Time-to-Hire = Tag der Vertragsunterzeichnung – Tag des Bewerbungseingangs
Ein Beispiel:
Bewerbungseingang: 12. April
Vertragsunterschrift: 3. Mai
Daraus ergibt sich eine Time-to-Hire von 21 Tagen.
Für aussagekräftige Auswertungen solltest Du die Time-to-Hire mehrerer Einstellungen im Durchschnitt betrachten. Dazu addierst Du die Werte und teilst sie durch die Anzahl der Einstellungen in einem bestimmten Zeitraum.
Beispielrechnung für mehrere Einstellungen:
3 Einstellungen mit 21, 26 und 17 Tagen: (21 + 26 + 17) ÷ 3 = 21,3 Tage durchschnittliche Time-to-Hire
Achte darauf, immer den gleichen Start- und Endpunkt zu verwenden – sonst sind Vergleiche kaum möglich.
Die durchschnittliche Time-to-Hire variiert je nach Branche, Position und Unternehmensgröße. Die durchschnittliche Time-to-Hire in Deutschland lag im Jahr 2025 bei 100 Tagen – bei Fachkräften oft deutlich kürzer (ca. 60 Tage).
Die Time-to-Hire ist kein fixer Wert, sondern das Ergebnis vieler Faktoren:
Eine zu lange Time-to-Hire kann erhebliche Folgen für Dein Unternehmen haben – sowohl kurzfristig als auch langfristig. Denn während Unternehmen im Auswahlprozess zögern oder sich durch interne Abstimmungen ausbremsen lassen, sind Talente oft schon längst von agileren Wettbewerbern überzeugt worden. Die besten Kandidaten sind nicht lange verfügbar – sie erhalten schnell Angebote und entscheiden sich meist für die Firma, die am schnellsten, transparentesten und professionellsten auftritt.
Zudem wirkt sich eine verlängerte Time-to-Hire nicht nur auf einzelne Einstellungen, sondern auf das gesamte Recruiting- und Employer Branding aus. Je länger der Auswahlprozess dauert, desto mehr Ressourcen bindet er in Deinem Unternehmen – sowohl im HR-Team als auch bei Fachabteilungen und Führungskräften. Gleichzeitig entsteht nach außen ein Bild von Trägheit und Intransparenz, das potenzielle Bewerber abschrecken kann.
Hinzu kommt: Offene Stellen bedeuten nicht nur einen Produktivitätsverlust, sondern verursachen zusätzliche Kosten durch längere Laufzeiten von Stellenanzeigen, mehr Aufwand im Active Sourcing oder teure Interimslösungen. Auch bestehende Teams geraten zunehmend unter Druck – durch Überstunden, schlechte Stimmung oder sogar Kündigungen. All das hat langfristige Folgen für die Unternehmenskultur und die Mitarbeiterbindung.
Die Digitalisierung hat auch auch das Recruiting in den letzten Jahren verändert. KI-gestützte Matching-Systeme können Bewerbungen vorqualifizieren, Chatbots beantworten Fragen rund um die Uhr und automatisierte Video-Interviews beschleunigen die Vorauswahl.
Zudem ermöglichen Tools wie ChatGPT die schnelle Erstellung von Stellenanzeigen oder Absageschreiben, während Bewerbermanagementsysteme (z. B. Personio, Recruitee oder Softgarden) den gesamten Prozess abbilden und Echtzeit-KPIs liefern. Unternehmen, die diese Technologien strategisch einsetzen, schaffen es oft, ihre Time-to-Hire deutlich zu reduzieren.
Eine schnelle Time-to-Hire beginnt oft schon vor der ersten Bewerbung – nämlich im Marketing. Hier sind fünf praxisnahe Hebel, die Dein Recruiting beschleunigen:
1. Zielgerichtetes Social Recruiting
Setze gezielt auf Social Media, um Stellenanzeigen auszuspielen – etwa über LinkedIn, Instagram oder TikTok. Nutze bezahlte Anzeigen, um Deine Reichweite zu steigern, und sorge durch Storytelling dafür, dass potenzielle Bewerber eine emotionale Bindung zu Deiner Marke aufbauen.
2. Karriereseite optimieren
Deine Karriereseite ist das digitale Aushängeschild Deines Unternehmens. Sorge dafür, dass Bewerber dort alle relevanten Infos finden – übersichtlich, mobilfreundlich und authentisch. Stelle Benefits, Werte und Menschen in den Fokus. Eine optimierte Karriereseite, stellt sicher, dass Arbeitgeber und Bewerber zueinander passen und sich schneller einig werden.
3. Performance-Tracking der Kanäle
Analysiere regelmäßig, über welche Kanäle die meisten qualifizierten Bewerbungen kommen – und wo sie hängen bleiben. Investiere mehr Budget in starke Kanäle, optimiere die schwachen oder schalte sie ab.
Achte außerdem darauf, Deine Stellenanzeigen für Google for Jobs zu optimieren (strukturierte Daten, klare Jobtitel, vollständige Angaben), damit Deine Jobs bei relevanten Suchanfragen möglichst weit oben erscheinen.
4. Talentpools aufbauen
Pflege einen eigenen Talentpool aus früheren Bewerbungen, Netzwerk-Kontakten oder Empfehlungen. So kannst Du bei neuen Vakanzen schnell auf einen Pool interessierter und bereits vorqualifizierter Kandidaten zurückgreifen – und sparst Dir Zeit im Einstellungsprozess.
5. Bewerber sofort binden
Kommuniziere transparent, wie der Bewerbungsprozess abläuft und welche Schritte folgen. So schaffst Du Vertrauen. Gleichzeitig solltest Du dafür sorgen, dass Rückmeldungen, Feedback und Einladungen zu Gesprächen zügig erfolgen – idealerweise innerhalb von 48 Stunden.
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Die Time-to-Hire ist eine zentrale Kennzahl im Recruiting – sie zeigt Dir, wie effizient und attraktiv Dein Unternehmen im Auswahlprozess ist. Wer seine Prozesse kennt und gezielt optimiert, spart nicht nur Zeit und Geld, sondern gewinnt auch schneller die besten Talente. Mit modernen Marketingmaßnahmen kannst Du Deine Arbeitgebermarke stärken und dafür sorgen, dass Bewerbende schneller zum Vorstellungsgespräch und zur Unterschrift kommen. Ein klarer Wettbewerbsvorteil in Zeiten des Fachkräftemangels.
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